Wor­d­Press-Plug­ins: Ist we­ni­ger mehr?

Wenn Du schon meh­re­re Bei­trä­ge dar­über ge­le­sen hast, wie vie­le Plug­ins ein Blog ver­trägt, ist Dir viel­leicht auf­ge­fal­len: Wor­d­Press-Ex­per­ten ver­ra­ten un­gern, wie vie­le Plug­ins sie auf ih­rem ei­ge­nen Blog in­stal­liert ha­ben.

Schluss mit der Ge­heim­nis­krä­me­rei: Auf Dau­le­ben sind zur­zeit 42 Plug­ins im Ein­satz; es wa­ren auch schon mal knapp über 80 und knapp über 20. Je nach The­me, the­ma­ti­scher Aus­rich­tung, Spiel­kind­lau­ne der Au­to­rin und Test­wut va­ri­iert das. Über­lebt hat die­ses Blog im­mer, und ich konn­te auch kei­ne nen­nens­wer­ten Pro­ble­me ver­zeich­nen.

Wor­d­Press hält schon was aus, und man liest in­zwi­schen im­mer öf­ter, dass die Fra­ge nach dem „Zu­viel“ von Plug­ins nicht sinn­los ist, aber zu kurz greift.

Gibt es ei­ne idea­le An­zahl von Plug­ins?

Jein. Ein schlecht pro­gram­mier­tes Plug­in kann mehr Scha­den an­rich­ten als 20 gu­te. Das ist na­tür­lich schon ex­trem ge­dacht. Die 80 Plug­ins, die ich mal hat­te, wür­den si­cher vie­len als über­la­den gel­ten, wahr­schein­lich rümp­fen Pu­ris­ten be­reits bei über 50 die Na­se.

Vier An­halts­punk­te hel­fen Dir viel­leicht, die für Dich pas­sen­de Men­ge an Plug­ins zu fin­den:

  1. Qua­li­tät vor Quan­ti­tät
  2. Nütz­lich­keit und Red­un­danz
  3. Hand­hab­bar­keit
  4. Per­for­mance, so­weit für Dich eru­ier­bar

Ge­hen wir sie ein­zeln durch.

Qua­li­tät vor Quan­ti­tät

Al­lein nach der Men­ge der Plug­ins zu fra­gen, hal­te ich für we­nig ziel­füh­rend; erst recht, wenn das da­zu führt, auf nütz­li­che Plug­ins zu ver­zich­ten. Plug­ins, die Dei­nem Blog wirk­lich gut­tun, soll­test Du nicht weg­las­sen.

Was das für Dein Blog im De­tail be­deu­tet, lässt sich nicht ferno­ra­keln, aber aus­ge­wähl­te sinn­vol­le Si­che­rungs- und Sys­tem­op­ti­mie­rungs­plug­ins ge­hö­ren da­zu. Und na­tür­lich sol­che, die Dich in Dei­nen Zie­len un­ter­stüt­zen; ei­ne Sho­p­lö­sung et­wa, wenn Du in klei­ne­rem Um­fang Pro­duk­te ver­kau­fen möch­test. Du könn­test Dich al­ler­dings auch da­für ent­schei­den, den Ver­kaufs­pro­zess aus­zu­la­gern.

Nütz­lich­keit und Red­un­danz

Wenn Du un­nö­ti­ge Plug­ins aus­mis­ten oder et­was weg­las­sen willst, kannst Du Dich fra­gen: Er­füllt die­ses Plug­in die ge­wünsch­te Funk­ti­on oder kön­nen das an­de­re res­sour­cen­spa­ren­der? Be­zie­hungs­wei­se: Er­füllt ein an­de­res Plug­in, das ich ha­be, die Funk­ti­on be­reits?

Ein Bei­spiel: Neh­men wir an, Du hät­test Dir die Nin­ja­Fire­wall drauf­ge­packt. Nun liest Du in dem oben ver­link­ten Ar­ti­kel, dass Li­mit Log­in At­tempts gran­di­os dar­in sein soll, Web­site-An­grei­fer ab­zu­weh­ren. Wie ent­schei­dest Du? Nütz­lich ist Li­mit Log­in At­tempts al­le­mal, aber den Red­un­danz­test be­steht das Plug­in in die­sem Fall nicht, weil Nin­ja schon al­les hat, was Li­mit Dir bie­ten könn­te. Al­so kannst Du auf Li­mit Log­in At­tempts ver­zich­ten.

Hand­hab­bar­keit

Da­mit mei­ne ich nicht, wie gut Du mit dem Plug­in zu­recht­kommst, ob­wohl das na­tür­lich auch wich­tig ist. Ge­meint ist hier: Mit wie vie­len Plug­ins hast Du Dein Blog noch im Griff?

Wie­der ein Bei­spiel aus dem Blog­ger­all­tags­le­ben. Du hast 20 Plug­ins in­stal­liert. Al­les läuft rund, bis Dei­ne Site auf ein­mal sehr lang­sam läuft oder ei­nen Feh­ler pro­du­ziert. Ei­ne gu­te Me­tho­de ist in ei­ner sol­chen Si­tua­ti­on, die Plug­ins nach­ein­an­der zu de­ak­ti­vie­ren, dar­auf­hin nach­ein­an­der zu ak­ti­vie­ren und zu be­ob­ach­ten, ab wann es wie­der funk­tio­niert.

Ei­ne Va­ri­an­te da­zu: Du hast 20 Plug­ins und holst Dir Num­mer 21 hin­zu. Plötz­lich tre­ten Pro­ble­me auf. Nun ver­mu­test Du ei­ne Wech­sel­wir­kung von Num­mer 21 mit ei­nem der 20 an­de­ren – nur: Wel­ches ist es? Bei 20 Kan­di­da­ten ge­stal­tet sich die Su­che über­schau­bar, im Fal­le von 80 kannst Du schon mal al­le Wo­chen­end­ak­ti­vi­tä­ten ab­sa­gen …

Das sind nur zwei sehr ein­fa­che Bei­spie­le, die zei­gen, dass we­ni­ger mehr Über­sicht und Hand­hab­bar­keit schafft. Grund­sätz­lich hängt es ne­ben der Plug­in-An­zahl stets von Dei­nem Wis­sen und Dei­ner Er­fah­rung ab, wie gut Du wel­che Men­ge an Zu­satz­funk­tio­nen im Griff hast. Je An­fän­ger, des­to we­ni­ger; zu­mal sich auch po­ten­ti­el­le Feh­ler­quel­len re­du­zie­ren.

Per­for­mance, so­weit für Dich eru­ier­bar

Wenn man sich ei­nen Kaf­fee ko­chen kann, wäh­rend Dei­ne Sei­te lädt, hast Du de­fi­ni­tiv ein Per­for­mance- und Ge­schwin­dig­keits­pro­blem. Das ist ein kom­ple­xes The­ma für sich und für Ein­stei­ger zu­wei­len we­der durch­schau­bar noch span­nend. Du wirst im Lau­fe der Zeit oh­ne­hin da­mit zu tun be­kom­men und Dein Wis­sen er­wei­tern; für den An­fang wä­re es sinn­voll, im Au­ge zu be­hal­ten, dass Per­for­mance wich­tig ist und auch von Goog­le sehr hoch ge­schätzt wird. Dei­ne Sei­ten soll­te flüs­sig und halb­wegs schnell lau­fen. Goog­le hat ei­ne Stopp­uhr in der Hand.

Ein Plug­in, das Dir da­bei hilft, Per­for­mance-Fres­ser auf Dei­nem Blog zu fin­den, nennt sich Per­for­mance Pro­fi­ler. Stehst Du mit Wor­d­Press noch ganz am An­fang, ist Dir mög­li­cher­wei­se der Um­gang da­mit noch zu kom­pli­ziert. So­bald Du ein we­nig Übung hast, kann der Pro­fi­ler sehr nütz­lich wer­den.

Der sehr nütz­li­che Bro­ken Link Che­cker ist ein gu­tes Bei­spiel für ein res­sour­cen­gie­ri­ges Plug­in. Es fin­det Links in Dei­nem Blog, die nicht mehr funk­tio­nie­ren. Goog­le kann so was ja nicht lei­den, und was noch wich­ti­ger ist: To­te oder falsch ge­setz­te Links sind auch ein schlech­ter Dienst an Dei­nen Le­sern. Schne­cken­sites aber auch.

Da­mit hät­ten wir ei­nen klas­si­schen Kon­flikt zwi­schen nütz­lich und leicht. Was nun? Soll­test Du mer­ken, dass der Che­cker Dein Blog aus­bremst, kannst Du ihn auch in Teil­zeit schi­cken, das heißt, Du ak­ti­vierst oder in­stal­lierst ihn nur dann, wenn Du ihn ge­ra­de ver­wen­dest. Zu­min­dest soll­test Du die Prüf­in­ter­val­le groß­zü­gig ein­stel­len, al­le paar Stun­den än­dern sich Links im Re­gel­fall ja nicht.

Zum Ab­schluss: Wie vie­le The­mes lun­gern in Dei­nem De­sign-Be­reich rum? Nicht nur Plug­ins, auch The­mes las­sen sich re­du­zie­ren: ein The­me, je nach Be­darf ein Child-The­me und even­tu­ell ein Re­ser­ve-The­me rei­chen. Letz­te­res kann nütz­lich sein, wenn Du ein ge­kauf­tes The­me nicht blog­in­tern ak­tua­li­sierst und zeit­wei­se de­ak­ti­vie­ren musst. Der­weil läuft Dein Re­ser­ve­the­me. Selbst­ver­ständ­lich lässt es sich auch zu die­sem Zweck kurz vor­her in­stal­lie­ren und wie­der de­instal­lie­ren, so­bald die Ak­tua­li­sie­rung Dei­nes The­mes ab­ge­schlos­sen ist.

Plug­in-Al­ter­na­ti­ve Snip­pets

Nicht je­de Funk­ti­on, die man ha­ben möch­te, er­for­dert ein Plug­in. Manch­mal ge­nü­gen Snip­pets. Falls das für Dich so ähn­lich wie wie „Schnip­sel“ klingt: Gut er­kannt. Code-Schnip­sel sind die schlan­ken klei­nen Ge­schwis­ter der Plug­ins. Man baut sie selbst ein, ent­we­der di­rekt in die Da­tei functions.php oder über ein Plug­in, mit dem man et­li­che sol­cher klei­nen Snip­pets an­le­gen und ver­wal­ten kann. Ich kann Dir Code Snip­pets emp­feh­len.

Egal ob Du Dich an die functions.php ran­traust oder mit dem Plug­in ar­bei­test: Sol­che Ein­bau­ten sind so­wohl von Dei­nem als auch vom Kön­nen des Snip­pets-Au­tors ab­hän­gig.

Dar­um gel­ten für Snip­pets die­sel­ben Re­geln wie für Plug­ins.

  1. Ach­te sehr gut auf die Quel­le, aus der das Snip­pet stammt.
  2. Si­che­re vor dem Ein­bau des Snip­pets die Da­ten­bank.
  3. Si­che­re die Da­ten­bank wirk­lich, ver­giss das nicht.

Fa­zit

Vor je­der (Plugin-)Installation ste­hen ei­ni­ge Fra­gen.

1. Was will ich er­rei­chen bzw. ha­ben? Wenn Du weißt, was Du brauchst, bist Du bes­ser da­vor ge­feit, Dir un­kri­tisch je­den Krem­pel zu­zu­le­gen; wie im rich­ti­gen Le­ben. Je­der baut auch mal zu Test­zwe­cken, aus Neu­gier­de oder aus Spaß et­was ins Blog ein. So­lan­ge Du ans Si­chern und Pfle­gen denkst und Dich und Dei­ne Web­site nicht über­for­derst, ist al­les gut.

2. Wie be­kom­me ich das am ein­fachs­ten und in bes­ter Qua­li­tät? Es gibt gut und schlecht pro­gram­mier­te Plug­ins. Für den nor­mal­sterb­li­chen An­wen­der se­hen sie al­le freund­lich aus, al­so müs­sen wir uns an ver­trau­ens­wür­di­ge Quel­len hal­ten und, so gut es geht, in­for­mie­ren.

3. Hab ich noch al­les im Griff? Dein ei­ge­ner Wis­sens­stand und Dei­ne Er­fah­rung be­stim­men über die An­zahl der emp­feh­lens­wer­ten Zu­satz­fea­tures für Dein Blog mit: La­de Dir und Dei­ner Web­site nie mehr auf, als Du tra­gen kannst.

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